Forschung

Marius Danielo Militzer, Foto: H: Gottlieb

Grundlagen des innovativen künstlerischen Wirkens von Marius Danielo Militzer, sind ein ausgeprägter Forscherdrang und eine kontinuierlich flirrende Neugierde, unerforschte Gefilde zu ergründen. Grundsätzlich kann bei dem forschenden Wirken von Marius Danielo Militzer zwischen freier und praxisorientierter Forschung unterschieden werden. Die praxisorientierten Untersuchungen beziehen sich in diesem Zusammenhang auf Erneuerung seiner didaktischen Tätigkeit. Wobei die Erkenntnisse der freien Forschung sich allerdings auch deutlich expansiv auf seine Kenntnisse über Inhalte und Methoden seiner Lehrtätigkeit auswirken und diese immens befruchten.

Seine systematischen Untersuchungen, sowohl freie als auch praxisorientierte, können, obwohl ständig interferierend, Überblick dienlich wie folgt kategorisiert werden:

01 Allgemeine phänomenologische Wesensanalyse von Klang, Wahrnehmung und Zeit.

02 Repertoireerforschung und systematische Werkanalysen

03 Instrumentaltechnische Vergleichsuntersuchungen und Spieltechnische Erneuerungen

04 Erforschung neuer Tonordnungsmodelle

05 Untersuchungen zu elektronischen Tonerzeugungsmaterialien und Tonformungsmaterialien in der Neuen Musik

06 Interferenzen von Neuer Musik und Metal Musik (Material und Tonstrukturen)

07 Didaktische Erneuerungen und Einflussnahme genrefremder Disziplinen auf Lernprozesse

 

Seinen Nachforschungen zu dem Phänomen der Wahrnehmung näherte sich Marius Danielo Militzer in einer wie er totalen bzw. inkludierenden Weise. So sagt er:

„Schon früh wurde mir klar, dass bei Untersuchungen von Wahrnehmung im Allgemeinen, der Untersuchende nicht als eine feste Größe, als eine Konstante gesetzt werden kann, da dieser eben selbst Teil der Wahrnehmung ist und somit als ein Teil des zu untersuchenden angesehen werden muss.“

Er fügt an: „Ein weiterer Ausgangspunkt für mich war die Einsicht, dass außerhalb eines zunächst angenommenen Zentrums der Wahrnehmung keine Wahrnehmung stattfinden kann und somit jede Untersuchung ausschließlich von hier heraus zu erfolgen hat.“

Er erdachte verschiedene Untersuchungssituationen, die eine Bühne für unmittelbare Erkenntnis boten. Viele hiervon erwiesen sich später als Techniken der Klassischen Performance Kunst der ersten Linie, also jener Performance Richtung, die mit hoher Intensität und Ernsthaftigkeit, im Sinne auf die Ausrichtung zur Kunst, ausgeführt wird.

Militzer lernte während seiner Studienzeit an der Universität der Künste Berlin für viele Jahre mit hoher Intensität bei der renommierten Performance Künstlerin und Musikerin Heike Gottlieb diese Kunst.

Dies bedeutete nicht nur für seine Interpretations- und Kompositionsarbeit einen enormen Sprung, sondern auch für seine didaktische Arbeit. So sagt Militzer: „Die unmittelbaren Erkenntnisse die nur der Wahrnehmende selbst, also aus dem gedachten Zentrum heraus, erleben kann, können unmöglich nur rein verbal formuliert an Schüler oder Studenten weitergegeben werden. Es mussten also Versuchsanordnungen erschaffen werden, die auch dem Lernenden Erkenntnis in unmittelbarer Erfahrung ermöglichen.“

Im gemeinsamen Wirken schufen, Marius Militzer und die Künstlerin und Komponistin Heike Gottlieb, in der Kunst und Musik Didaktik, Situationen, die, Künstler, Lernende, Publikum, Raum und Interaktion zu einem Kunstwerk werden lassen, in denen die Lernenden, je nach ihrem Entwicklungsstand, unmittelbare Erkenntnis gewinnen.

Dies kommt einer Revolution in der Didaktik gleich.

Marius Danielo Militzer, Foto: H. Gottlieb